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Das Großherzogliche Museum zu Schwerin (Postkartenmotiv)

An den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins 1885 war sie – folgt man den Ausführungen Schildts – bis auf eine von ihr durchgeführte Besichtigung des Museums und den Empfang der Tafeluhr aus poliertem Kupfer anscheinend nicht beteiligt. Es ist zu vermuten, dass dieser Umstand zu einem endgültigen Bruch der Custodin mit dem Verein führte, denn obwohl sie noch weitere 17 Jahre lebte, brachen ihre bis dahin nahezu regelmäßigen Schenkungen von Altertümern an den Verein nun abrupt ab.

Bis zu ihrem Tod im Jahre 1902 war Amalie Buchheim als Custodin des Museums beschäftigt, wenn auch in den letzten Jahren nur noch auf dem Papier. Als sie zu ihrem 80. Geburtstag vom Großherzog ein Grußschreiben erhält, antwortet sie ihm in Dankbarkeit, denn "Auch durch Eu. Hoheit Fürsorge, darf ich die stille Hüterin meiner lieben Alterthümer sein!".

Jette Anders, 2013

Bibliographie

ANDERS 2011: Jette Anders, Die vergessene Custodin. Amalie Buchheim – ein Leben im Dienste der Schweriner Altertümersammlungen. In: Mecklenburgische Jahrbücher 126 (2011), 269-283.

ANDRE/SCHMITZ 2001: Elsbeth Andre und Regina Schmitz, Die Altertümersammlung. In: Mecklenburgs Humboldt: Friedrich Lisch. Ein Forscherleben zwischen Hügelgräbern und Thronsaal. Ausstellungskatalog Schwerin 2001 (Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern 2), Lübstorf 2001, 123-127.

GRALOW 2001: Klaus-Dieter Gralow, Der gute Geist der Altertümersammlung. In: Heimatkurier. Regionalbeilage des Nordkurier, der Schweriner Volkszeitung und der Norddeutschen Neuesten Nachrichten. Schwerin, 14.August 2001, 33.

RÖPCKE 2001: Andreas Röpcke, Vom Collaborator zum Geheimen Archivrath. In: Mecklenburgs Humboldt: Friedrich Lisch. Ein Forscherleben zwischen Hügelgräbern und Thronsaal. Ausstellungskatalog Schwerin 2001 (Archäologie in Mecklenburg-Vorpommern 2), Lübstorf 2001, 117-120.

SCHILDT 1885: Franz Schildt, Bericht über die Feier der 50jährigen Wirksamkeit des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde am 24. April 1885. In: JbVMGA 50 (1885), 1-39.

SCHLIEMANN 1881: Heinrich Schliemann, Ilios – Stadt und Land der Trojaner. Leipzig 1881.

UNVERHAU 2002: Dagmar Unverhau, Johanna Mestorf – Lebensabschnitte statt einer Biographie. Frühe Jahre und der Weg nach Kiel als Kustodin am Museum vaterländischer Altertümer. In: Eine Dame zwischen 500 Herren. Hrsg. v. J.K. Koch und E.-M. Mertens. (Frauen – Forschung – Archäologie 4), Münster u.a. 2002, 103-146.

Bildquellenangabe: Porträt der Amalie Buchheim von 1892 (Archiv Gralow)