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Scharrbild eines Fisches (M. Reiche, Geheimnis der Wüste, 1968, S. 47)

Die Medien begannen allerdings zunehmend, die mystische Deutung als astronomisches Observatorium in weitaus zugespitzterer Form zu vermarkten. Es ließ sich nicht verhindern, dass die Nasca-Linien Gegenstand von extrem spekulativ gehaltenen Abhandlungen und zu einem Eldorado für UFO-Forscher wurden. In den 1970er Jahren erschienen gleich zwei publikumswirksame Bücher, danach explodierten die Besucherzahlen auf der einst so einsamen Ebene. Angesichts drohender Bauprojekte setzte sich Maria Reiche bereits früh auf internationaler Ebene für einen wirksamen Schutz der Geoglyphen ein.

Auch heute noch ist die Archäologie mit dem Schutz und der möglichst exakten Dokumentation der einzigartigen Bodenzeichnungen gefordert. Für Maria Reiche verband sich dies darüber hinaus mit einem persönlichen Anspruch: »1. die Wahrheit über Nasca herauszufinden. 2. der Welt zu beweisen, daß eine Frau auch ohne Mithilfe eines Mannes ein wertvolles wissenschaftliches Ergebnis bekommen kann.«

Annett Dittrich, 2014


Literatur

Reiche, Maria: Geheimnis der Wüste / Mystery on the Desert / Secreto de la Pampa. Hohenpeißenberg: Selbstverlag Maria Reiche, 1968

Schulze, Dietrich & Zetzsche, Viola: Bilderbuch der Wüste. Maria Reiche und die Bodenzeichnungen von Nasca. Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2005

Morrison, Tony: Das Geheimnis der Linien von Nazca, Maria Reiches Lebenswerk. Basel: Wiese Verlag, 1988.